Balance vor Bewegung

“Balance vor Bewegung” ist ein weiterer Auszug und “Teaser” auf das Projekt “Feines Reiten beginnt im Kopf

„ Vorbereiten und gewähren lassen”

Dies war ein oft erwähnter Leitsatz welchen der Reitmeister Nuno Oliveira weitergab und dessen Grundgedanke ein wichtiger Bestandteil in der Arbeit mit Pferden sein sollte.
Man spricht auch von Position vor Bewegung bzw. im gleichen Zusammenhang auch von „Balance vor Bewegung”.
Es bedeutet nichts anderes, als dass man selbst sein Augenmerk darauf legen sollte, dass man das Pferd physisch, als auch psychisch in die Lage versetzt eine Bewegung überhaupt durchführen zu „können”, diese Bewegung dann “erfragt” und ab diesem Zeitpunkt ist es die Aufgabe des Pferdes diese möglichst selbstständig ausführen auszuführen.

Man lässt es gewähren.

„Gib dem Pferd die Haltung (die es für die Bewegung braucht) und lass es gewähren”
(Nuno Oliveira)

Durch die Flexion des Kiefers, der Leichtheit an der Hand, stellt der Reiter sicher, dass ein grundsätzliches Gleichgewicht vorhanden ist und keine Oppositionen beim Pferd, welche die Bewegung negativ beeinflussen können.

Dieses grundsätzliche Gleichgewicht nennt Baucher „das Gleichgewicht 1. Grades”

Das Pferd muss erkennen was man von ihm möchte – aber auch erkennen, dass es diese Bewegung durchführen „kann” – idealerweise hat es dabei auch noch Spaß an der abgefragten Lektion.

Die Aufgabe des Reiters beschränkt sich darauf zu beurteilen, wann das Pferd dazu in der Lage ist die Lektion auszuführen, allerdings ist er selbst nicht dazu da die Lektion durchzuführen. Die Lektion wird vom Pferd ausgeführt – die Bewegung muss eigenständig aufrechterhalten werden, nicht durch den Reiter und dessen ständige Hilfengebung.

Die gute Vorbereitung einer Lektion ermöglicht es Reiter und Pferd möglichst wenige „negative” Erfahrungen zu machen.
Mit den positiven Erfahrungen steigt der „Spaß” an der Zusammenarbeit.

„Das Pferd muss zu allererst selbst Spaß an der Reitbahn haben”
(Antoine de Pluvinel)

Die Pferde verstehen in der Regel ihren Teil der Abmachung recht schnell und „wachsen” mit ihren Aufgaben. Relativ von selbst stellt sich neues Selbstbewusstsein ein und wird von Arbeitseinheit zu Arbeitseinheit ausgebaut.
Geeignetes Loben nach erfolgreichen Ausführungen wird das Pferd umso arbeitsbereiter werden lassen.
Der Erfolg ist ein sich selbst tragendes Pferd, welches Spaß an seiner eigenen Bewegung hat und kooperativ mitarbeitet.

 

Dieser Artikel ist nun in aktualisierter Form im neuen eBook “Die Grundsätze des feinen Reitens” erschienen.

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